Ich habe keine Lust mehr, ich glaube ich bin in den Wechseljahren.
- Anita Pfyl
- 2. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Diese Nachricht erreichte mich diese Woche von einer Kundin.
Ich höre es immer wieder. Von Frauen, die in meine Sessions kommen, von Frauen, die mir im Alltag begegnen, von Frauen, die mir per Nachricht schreiben, oft mit einem leichten Schulterzucken, als wäre es keine grosse Sache. „Seit den Wechseljahren ist die Lust einfach weg. Das ist halt so.“
Und ich verstehe diesen Satz. Ich verstehe, warum Frauen das glauben. Weil es so erklärt wird. Weil es gesellschaftlich akzeptiert ist. Weil es sich auch so anfühlt, der Körper verändert sich, die Hormone spielen verrückt, und auf einmal ist da diese Stille, wo vorher noch etwas war.
Aber ich bin nicht hier, um dir zu sagen, dass du das einfach akzeptieren musst.
Ja, die Hormone haben einen Einfluss. Aber sie erklaeren nicht alles.
Es stimmt: In den Wechseljahren verändern sich Östrogen und Progesteron. Das kann die Libido beeinflussen, die Feuchtigkeit, das Körpergefühl. Das ist Biologie, und das ist real.
Aber ich habe Frauen begleitet, die keine Wechseljahre hatten und trotzdem schon jahrelang nichts mehr spürten. Frauen in den Dreissigern, Frauen in den Vierzigern, Frauen, bei denen hormonell alles „stimmt“. Und trotzdem: Taubheit.
Das hat mich gelehrt, tiefer zu schauen. Denn die fehlende Lust ist selten ein hormonelles Problem allein. Meistens ist sie ein Signal. Ein Signal des Körpers, das schon viel länger gesendet wird und das wir zu lange übersehen haben.
Was uns wirklich taub macht
Stell dir vor, du lebst seit Jahren, vielleicht seit Jahrzehnten, eine Sexualität, die nicht die deine ist. Eine, die sich nach den Wünschen anderer richtet. Nach dem, was als normal gilt. Nach dem, was du gelernt hast zu geben, auch wenn du es nicht willst.
Du schluckst das Nein runter. Du lächelst, wenn du eigentlich weinst. Du machst mit, wenn du eigentlich Abstand brauchst. Und dein Körper, dieser kluge, ehrliche Körper, registriert das alles.
Jede runterschluckte Emotion hinterlässt eine Spur. Jede Grenze, die du nicht gezogen hast. Jedes „ja“, das eigentlich ein „nein“ war. Der Körper speichert das, nicht als Erinnerung, sondern als Spannung. Als Taubheit. Als Verschliessung.
Irgendwann fühlst du nichts mehr. Nicht weil du kaputt bist, sondern weil du dich geschützt hast.
Der Alltag der Frauen, die zu mir kommen
Da ist die Frau, die immer für alle da ist, für die Kinder, für den Partner, für den Beruf. Die nie gefragt wird, was sie braucht. Und die irgendwann selbst nicht mehr weiss, was das ist.
Da ist die Frau, die Sex seit Jahren als Pflicht erlebt. Die sich gibt, aber nie empfängt. Die den Kontakt zu ihrem eigenen Körper verloren hat, weil er ihr nie wirklich gehört hat.
Da ist die Frau, die Wut, Trauer, Enttäuschung seit Jahren nicht ausdrückt. Die „stark“ sein will. Die funktioniert. Und deren Becken sich irgendwann anfühlt wie einbetoniert.
Diese Frauen kommen nicht zu mir, weil mit ihnen etwas falsch ist. Sie kommen, weil sie sich selbst wiederfinden möchten.
Was du jetzt tun kannst, heute, sofort
Du musst nicht warten, bis du in einer Session bist. Es gibt Dinge, die du schon jetzt tun kannst, um wieder mit dir in Kontakt zu kommen:
Spüre deinen Körper bewusst. Leg eine Hand auf dein Herz, eine auf deinen Bauch. Atme. Nicht um etwas zu erreichen, nur um da zu sein. Das klingt simpel und ist es trotzdem nicht. Zwei Minuten, jeden Tag.
Erlaube dir Nein zu sagen. Einmal pro Tag. In einer kleinen Situation. Das übt den Muskel. Und dein Körper lernt: Es ist sicher, ich zu sein.
Gib deinen Emotionen Raum. Nicht gross, nicht dramatisch. Nur: Was fühle ich gerade wirklich? Und dann, lass es da sein. Ohne es sofort wegzumachen.
Beweg dein Becken. Kreise, Wellen, was auch immer sich richtig anfühlt. Der Beckenbereich ist bei vielen Frauen chronisch angespannt und er ist das Zentrum von Lust, Lebendigkeit und Kreativität. Bewegen ist eine Form der Befreiung.
Erlaube dir zu tönen. Unsere Kehle ist direkt mit unserem Schossraum verbunden. Wenn du nur schon beim ausatmen einen Ton von dir gibst, so dass deine Kehle vibriert wirst du deine Energie umwandeln.
Wie Tantra und Emotional Bodywork helfen
In meiner Arbeit verbinde ich Tantra mit Emotional Bodywork, zwei Ansätze, die tiefer gehen als alles, was ich vorher kannte.
Tantra ist nicht das, was du vielleicht denkst. Es ist keine Technik für besseren Sex. Es ist eine Praxis der Präsenz. Des vollständigen Im-Körper-Seins. Es geht darum, wieder zu spüren, zuerst sich selbst, dann die Verbindung zu anderen.
Emotional Bodywork arbeitet mit dem, was der Körper gespeichert hat. Nicht über den Kopf, nicht durch Analysieren. Sondern durch den direkten Kontakt mit dem, was da ist. Was sich zeigt, wenn du dich erlaubst zu fühlen.
Was ich dabei immer wieder erlebe: Wenn Frauen sich erlauben zu spüren, auch das Schwere, kehrt die Lust zurück. Nicht als Leistung. Sondern als Lebendigkeit.
Du musst das nicht hinnehmen
Ob du in den Wechseljahren bist oder nicht, Taubheit ist kein Schicksal. Sie ist eine Antwort des Körpers auf das, was er erlebt hat. Und Antworten können sich verändern.
Wenn du bereit bist, einen Schritt zu machen, hast du gerade diese Möglichkeiten:
Tantra Night — 4. Mai
Tantra Workshop — 10. Mai
Einzelsession direkt mit mir
Alle Infos findest du auf www.anita-pfyl.com. Die Entscheidung liegt bei dir. Aber ich sage dir eines: Du verdienst es, dich wieder zu spüren.
Von Herzen Anita





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